Planungsgrundlagen und Leistungsbeschreibung
für DRK-Sanitätswachdienste

 

Unsere Planungsgrundlagen


Sanitätswachdienste bei Veranstaltungen

Die hier beschriebenen Standards entsprechen den im DRK Kreisverband  Wolfsburg e.V. geltenden Leitlinien zur Planung und Durchführung von Sanitätsdiensten bei Veranstaltungen.

Mit den nachfolgend beschriebenen Stufen unserer Sanitätswachdienste wollen wir ihnen als
Veranstalter einen Überblick über den von uns gebotenen Leistungsumfang geben.

Der Leistungsumfang eines Sanitätsdienstes ist vor der Veranstaltung mit dem Veranstalter und ggf. weiteren Beteiligten (Polizei, Feuerwehr, Behörden usw.) abzustimmen. Dabei sind nicht allein die Anforderungen des Veranstalters, sondern insbesondere behördliche Auflagen und Erfahrungswerte aus vergleichbaren Veranstaltungen zu berücksichtigen.

Zunächst ist ein Veranstaltungsprofil zu erstellen. Dazu sind entsprechende Daten und Informationen auszuwerten:

  • Handelt es sich um eine Hallen-, Stadion- oder eine Freiluftveranstaltung?
  • Ermittlung der räumlichen Dimensionen
  • Bestimmung der erwarteten Personenzahl
  • Wie ist das Besucherprofil und damit das erwartete Besucherverhalten?
  • Sind außer den Besuchern auch Akteure zu betreuen?
  • Werden VIPs erwartet?
  • Beschreibung des Gefährdungspotentials.

Bei der Veranstaltungsplanung zur Bewertung des Personal-, Material- und Fahrzeugbedarfes orientiert sich das DRK an den "Maurer*)-Algorithmen"

*) Klaus Maurer, BF Köln

Das Programm "IFS-EPGV" von Friedrich Saurer bildet den sog. "Maurer-Algorithmus" für die Einsatzplanung bei Großveranstaltungen nach. Eine Testversion können Sie hier laden, die Vollversion gibt es direkt bei The Saurer Brothers

Informationen für Veranstalter


Das Deutsche Rote Kreuz hat als Hilfsorganisation Aufgaben im Rahmen der Gefahrenabwehr wahrzunehmen. Sollte während eines Sanitätswachdienstes das DRK einen entsprechenden Einsatzauftrag erhalten, kann es u. U. erforderlich werden, den Sanitätsdienst (-nach Rücksprache mit dem Veranstalter-) vorübergehend auf eine Mindeststärke zu reduzieren.

Ein Verletztentransport ist keine Regelaufgabe des Sanitätswachdienstes. Die setzt eine vertragliche Einbindung der Rotkreuz-Gliederung in den Rettungsdienst nach dem Landesrettungsdienstgesetz und eine Abstimmung mit der Rettungsleitstelle voraus.

Wird in der Planung kein Einvernehmen bezüglich des vom DRK geforderten Leistungsumfangs mit dem Veranstalter erzielt, muss das Rote Kreuz von der Veranstaltungsbetreuung Abstand nehmen.

Das Rote Kreuz ist eine gemeinnützige Hilfsorganisation. Daher ist es dem DRK nicht möglich, kommerzielle Veranstaltungen ohne Erstattung seiner Aufwendungen zu betreuen.

Wir beraten Sie gerne:

Deutsches Rotes Kreuz
Kreisverband Wolfsburg e.V.
Walter-Flex-Weg 10
38446 Wolfsburg

Tel.:

05361 8262-0

Fax:

05361 52051

E-Mail:


Sanitätswachdienst Stufe I


Kleiner Veranstaltungssanitätsdienst
(ohne KTW/RTW) mit geringem Gefährdungspotential für die Teilnehmer.
Beispiele:
  • Theaterdienst
  • Kleines Vereinsfest
  • Sportveranstaltungen und Sportfeste
    usw.
Leistungsumfang (mindestens)
Personal
  • 2 Sanitäter / Rettungshelfer
Material
  • Sanitätsmaterial (in Anlehnung an DIN 13155)
  • Krankentrage
  • Sauerstoff und Sofortkältepack
  • Frühdefibrillator/Halbautomat
Die Einsatzkräfte leiten bei einem Notfall alle erforderlichen sanitätsdienstlichen Maßnahmen (einschließlich Reanimation und ggf. Frühdefbrillation) ein, veranlassen einen Notruf und übergeben den Patienten an den Notarzt/ Rettungsdienst.

Sanitätswachdienst Stufe II


Mittlerer Sanitätswachdienst, mit geringe
m bis mäßigem Gefährdungspotential für die Teilnehmer.
Beispiele:
  • Mittlere Sportveranstaltungen / Sportfeste / kleine Umzüge
  • Mittlere Stadt- und Vereinsfeste
    usw.
Leistungsumfang (mindestens)
Personal
  • Berechnung der Einsatzkräfte nach Grundlage des "Maurer-Algorithmus"
Material
  • Grundausstattung
    siehe Stufe I
  • Erweiterte Ausstattung nach Art der Veranstaltung
    (z.B. Notfallarztkoffer, besondere Rettungsgeräte)
  • Fahrzeuge KTW / RTW / GW
    (i.d.R. als Behandlungsraum, nicht zum Patiententransport)
Die Einsatzkräfte leiten bei einem Notfall alle erforderlichen sanitätsdienstlichen Maßnahmen (einschließlich Reanimation und ggf. Frühdefbrillation) ein. Sie veranlassen einen Notruf und übergeben den Patienten an den Rettungsdienst.
Patienten werden nur nach Rücksprache mit der Rettungsleitstelle transportiert.
Die Einsatzbereitschaft bleibt bei Patiententransporten erhalten.

Sanitätswachdienst Stufe III


Größerer Sanitätswachdienst und eventuell Rettungsdienst
, mit erhöhtem Gefährdungspotential für die Teilnehmer.
Beispiele:
  • Größere Sportveranstaltungen / Sportfeste / Stadionwachen
  • Große Umzüge
  • Größere Stadt- oder Vereinsfeste
  • Motorsportveranstaltungen
    usw.
Leistungsumfang
Personal
  • Berechnung der Einsatzkräfte nach Grundlage des "Maurer-Algorithmus"
  • Eventuell Notarzt / Notärzte
Material
  • Grundausstattung (siehe Stufe I)
  • Erweiterte Ausstattung nach Art der Veranstaltung
    (z.B. Notfallarztkoffer, besondere Rettungsgeräte)
  • Fahrzeuge KTW / RTW / GW
    (i.d.R. als Behandlungsraum, nicht zum Patiententransport
Die Einsatzteams führen bei einem Notfall alle erforderlichen sanitätsdienstlichen (eventuell auch rettungsdienstlichen/ärztlichen) Maßnahmen durch. Bereiten den Transport vor und übergeben den Patienten an den Rettungsdienst.
Patienten werden nur nach Rücksprache mit der Rettungsleitstelle transportiert.
Die Einsatzbereitschaft bleibt bei Patiententransporten erhalten.

Hinweise

Mindestalter des verantwortlichen Einsatzleiters 18 Jahre und vollständige Ausbildung

Die Personalstärke und die Materialausstattung sind abhängig von der Veranstaltungsgröße, der zu betreuenden Personenzahl und dem Gefährdungspotential.
Fahrzeugbesatzungen gelten grundsätzlich zusätzlich zum Personalbedarf.
Das Rote Kreuz behält sich vor, zusätzliche Einsatzkräfte für besondere Aufgaben oder zu Praktikumszwecken einzusetzen. Bei Bedarf wird das DRK zusätzliche RK-Organisationen in Alarmbereitschaft halten.

Ggf. sind Sanitätsräume, Zelte oder andere Einrichtungen erforderlich

Zusätzliche Ausstattungen sind nicht obligatorisch